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Hi {{first_name}},

ich hab meine Skills bisher fast alle selbst gebaut. Nicht aus Misstrauen, eher aus Gewohnheit. Wenn ich einen Workflow kenne, schreib ich ihn halt selbst als Rezept auf.

Nur bauen andere halt auch richtig geile Skills. Und diese Woche hab ich mir angeschaut, was eigentlich passiert, wenn man die einfach installiert. Spoiler: Die bekannten sind sauber. Aber sie unterscheiden sich im Vertrauen, das du ihnen gibst, um Größenordnungen.

Was da gerade passiert ist

Lass uns erstmal einordnen. Am 22. Oktober hat Anthropic den Agent-Skills-Standard an die Agentic AI Foundation übergeben. Das ist die neutrale Stiftung unter der Linux Foundation, in der auch MCP liegt.

Über 70 Plattformen haben das Format laut Anthropic schon eingebaut, darunter ChatGPT, Cursor, GitHub Copilot und VS Code. Ein Skill ist damit kein Claude-Feature mehr. Er ist ein Paket, das überall läuft, wo Agents arbeiten.

Und wie bei jedem Paketsystem kommen die Angreifer mit. Bei der ClawHavoc-Kampagne im Januar 2026 tauchten über 1.100 bösartige Skills im ClawHub-Registry auf. Snyk hat im Februar knapp 4.000 Skills geprüft und in 76 davon bestätigten Schadcode gefunden.

Klingt nach Panik? Ehrlicherweise nicht ganz. Die Malware lief vor allem über offene Registries ohne Prüfung und über gefälschte Namen. Das eigentliche Problem ist ein anderes: Die meisten wissen nicht, wie viel sie einem Skill erlauben, wenn sie auf Installieren klicken.

Die Skill-Treppe

Damit ich das selbst einordnen kann, sortiere ich jeden Skill auf eine von vier Stufen.

Stufe 1, Text: nur Anleitungen, kein ausführbarer Code. Du liest die SKILL.md, fertig.

Stufe 2, Skripte: Der Skill bringt Python- oder Shell-Code mit, der läuft, wenn du den Skill nutzt.

Stufe 3, Hooks: Code läuft automatisch bei Events, also beim Sessionstart, bei jedem Prompt, vor jedem Tool-Call. Ohne dass du den Skill aufrufst.

Stufe 4, Netzwerk: Daten verlassen deinen Rechner. Telemetrie, Cloud-Sync, externe APIs.

Je höher die Stufe, desto mehr vertraust du dem Autor. Und das ist halt eine ganz wichtige Erkenntnis: Die Stufe hängt nicht vom Ruf ab, sie hängt davon ab, was im Ordner liegt. Wenn du Kunden oder Kollegen bei Agent-Setups berätst, ist genau das die Frage, die du ihnen beantworten können solltest.

Was ich in 5 Top-Repos gefunden habe

Ich hab fünf Repos geklont, die gerade überall empfohlen werden, und nur gelesen. Nichts installiert, nichts ausgeführt.

Repo

Code / Hooks

Obsidian Skills

0 Zeilen / keine

Matt Pocock Skills

~500 / keine

Superpowers

~13.900 / 1

Anthropic Skills

~19.600 / keine

Claude-Mem

~485.000 / auf 10 Events

Stand 30.10.2026

Schadcode war in keinem. Aber zwei Funde fand ich echt krass.

Claude-Mem hängt sich praktisch in jeden Moment deiner Session, auch in jeden Prompt, den du schreibst. Das ist bei einem Memory-System so gewollt. Laut eigener SECURITY.md ist außerdem die Telemetrie standardmäßig an, und du musst sie selbst abschalten. Sauber dokumentiert, nicht böswillig, aber auf einem Firmenrechner willst du das bewusst entscheiden.

Und Superpowers hatte mein eigenes Skript erst auf Stufe 3 einsortiert, wegen eines Hooks beim Sessionstart. Ein Agent mit einem Prüf-Prompt hat dann im Code gefunden, dass der optionale Visual Companion ein Logo von der Website der Macher lädt und dabei die Versionsnummer mitschickt. Steht offen in der README, lässt sich abschalten. Ist aber Stufe 4.

Ein Regex findet Muster. Ein Agent mit dem richtigen Prompt versteht den Zusammenhang.

Meine 5 Empfehlungen, mit Stufe

Grill-me (Matt Pocock) ist Stufe 1. Claude fragt dich so lange aus, bis der Auftrag wirklich klar ist. Die SKILL.md hat übrigens genau sieben Zeilen und lädt nur einen zweiten Skill nach. Den solltest du also auch kurz lesen.

Frontend Design (Anthropic) ist ebenfalls Stufe 1, eine einzige SKILL.md ohne Code. Der schnellste Weg raus aus lila Verläufen und Standard-Fonts.

Skill Creator (Anthropic) ist Stufe 2. Er baut aus jedem Workflow, den du zweimal im Chat durchgehst, einen eigenen Skill.

Superpowers ist Stufe 4. Eine komplette Engineering-Methode für Claude Code, mega smart aufgebaut. Vorher SUPERPOWERS_DISABLE_TELEMETRY=1 setzen und die Version pinnen.

Claude-Mem ist ebenfalls Stufe 4. Ein starkes Memory-System, vor allem wenn du viele Projekte parallel fährst. Vorher Telemetrie aus mit npx claude-mem telemetry disable oder DO_NOT_TRACK=1.

Oben auf der Treppe heißt nicht schlecht. Es heißt nur: genauer hinschauen.

Selbst ausprobieren: der 30-Sekunden-Check

Bevor du das nächste Repo installierst, klon es in einen leeren Ordner und lass im Terminal diese drei Zeilen laufen:

find . -path ./node_modules -prune -o -type f \( -name '*.py' -o -name '*.sh' -o -name '*.js' -o -name '*.ts' -o -name '*.cjs' -o -name '*.mjs' \) -print | wc -l
find . -path ./node_modules -prune -o -name hooks.json -print
grep -rliE 'telemetry|posthog|analytics' --include=*.md .

Die erste Zeile zählt die Code-Dateien. Kommt 0 raus, bist du auf Stufe 1. Die zweite zeigt Hooks, also Stufe 3. Die dritte findet Hinweise auf Telemetrie, ein Kandidat für Stufe 4.

Bei den Obsidian Skills bekommst du 0, keinen Hook, keinen Treffer. Bei Superpowers 74 Code-Dateien, einen Hook und als ersten Telemetrie-Treffer die README. Bei Claude-Mem über 2.000 Dateien und vier hooks.json.

Ohne Terminal geht es auch: Schick Claude die GitHub-URL und frag, auf welcher Stufe der Skill steht. Das ist nur die grobe Einordnung. Ob ein Treffer echt ist oder ein Fehlalarm, sagt dir das noch nicht.

Happy Building
Sascha

Der 7-Punkte-Skill-Check

Im morgigen Member Newsletter gehe ich tiefer:

  • den kompletten 7-Punkte-Prüf-Prompt, der Fehlalarme von echten Befunden trennt

  • den fertigen /skill-check-Skill zum Installieren

  • eine Stufen-Freigabe-Vorlage, mit der du für Kunden oder dein Team regelst, wer was installieren darf

Dieses fortgeschrittene Tutorial ist exklusiv für Premium-Mitglieder verfügbar. Du erhältst:

  • Fertigen Blueprint zum Kopieren

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Wenn du dich bereit fühlst, dann kann ich dir folgendermaßen helfen:

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